Sonnenlicht und Bluthochdruck
Bluthochdruck verläuft oftmals jahrelang
ohne die geringsten Beschwerden und wird deshalb von den Betroffenen auf die
leichte Schulter genommen. Aber wussten Sie, dass in den zivilisierten
Ländern heute mehr Menschen an den Folgen der Hypertonie als an Krebs
sterben?
Das Herz leidet doppelt
unter Bluthochdruck: zum einen durch eine Drucküberlastung des linken
Herzens, was langfristig zu einer Herzinsuffizienz führt; zum anderen
entstehen durch den Hochdruck arteriosklerotische Veränderungen der
Herzkranzgefäße (Koronarsklerose). Bluthochdruck ist deshalb die häufigste
Ursache für einen Herzinfarkt! Auch das Risiko eines "Hirnschlags"
(Apoplexie) ist deutlich erhöht, vor allem in Kombination mit Rauchen oder
Diabetes mellitus.
Bluthochdruck schädigt
das Nierengewebe bis hin zur Schrumpfniere und kann den Patienten dadurch
sogar zur Dialysebehandlung oder Transplantation zwingen. Bei den Augen ist
das Sehvermögen durch Veränderungen an der Netzhaut gefährdet. Häufig
entstehen durch arteriosklerotische Veränderungen schmerzhafte
Durchblutungsstörungen in den Beinen ("Schaufensterkrankheit").
Vollspektrales Licht senkt hohen Blutdruck!
Sonnenlicht regt die
Vitamin-D-Produktion an - und lässt die Blutdruckwerte purzeln.
Der
Sommer ist für Bluthochdruckpatienten eine ideale Jahreszeit, denn die
kurzwelligen UV-B Strahlen des Sonnenlichts können einen zu hohen Blutdruck
senken. Dieser Nachweis ist Dr. Rolfdieter Krause von der Freien Universität
Berlin in einer Studie gelungen.
Krause und sein Team gingen von der Vermutung aus, dass ein Mangel an
Vitamin D mitverantwortlich für einen hohen Blutdruck ist. Vitamin D ist,
abgesehen von seinem Einfluss auf Immunsystem und Knochenstoffwechsel, auch
an der Herz-Kreislauf-Regulation beteiligt. Der Körper kann Vitamin D selbst
bilden, jedoch nur, wenn er über die Haut genügend Sonnenlicht aufnimmt.
Die Berliner Wissenschaftler bestrahlten eine Gruppe Bluthochdruckpatienten
bis zu zehn Wochen lang wiederholt mit einem dem Sonnenlicht entsprechenden
Spektrum. Sie griffen damit auf ein altes Verfahren der Naturheilkunde
zurück: die Heliotherapie (helio = griech. Sonne). Die Kontrollgruppe
dagegen nahm ausschließlich Vitamin-D-Tabletten ein.
Durch die regelmäßige Bestrahlung mit UV-B Licht sanken die oberen (systolischen)
und unteren (diastolischen) Blutdruckwerte der bestrahlten Teilnehmer um
durchschnittlich je sechs mmHg. Der blutdrucksenkende Effekt war noch bis zu
neun Monate später nachweisbar.
Die medikamentös behandelte Kontrollgruppe erreichte zwar eine vergleichbar
hohe Vitaminkonzentration, dennoch hatte diese keine Auswirkungen auf die
Blutdruckwerte.
Die biologische Wirkung geht also von den UV-Strahlen aus. Wer dreimal
wöchentlich ein Sonnenbad von 15 bis 30 Minuten nimmt, kurbelt damit bereits
seine Vitamin D-Synthese an.
(Quelle: Idw/Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF).
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